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- „Nüchtern
betrachtet“
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Bericht über eine erfolgreiche Aktion
ALKOHOL wird aufgrund seiner
variantenreichen und vielseitigen Geschmacksrichtungen
durchaus geschätzt und in der Regel als Genussmittel
bezeichnet.
Aufgrund seiner sicherlich allen
bekannten Wirkungsweise und vielfältigen
Einsatzmöglichkeiten, hat er im Lebensalltag seinen mehr
oder weniger festen Platz eingenommen.
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ALKOHOL - ist ein hervorragendes
Lösungsmittel!
- Er löst:
- Familien
- Ehen
- Freundschaften
- Arbeitsverhältnisse
- Bankkonten
- Leber- und Gehirnzellen
auf.
Aber er ist absolut ungeeignet zur
Problemlösung !!!
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Aus Gewohnheit wird Abhängigkeit.
Leben von Schluck zu Schluck.
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Alkohol belebt, Alkohol nimmt die
Angst.
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Alkohol tötet: Das
Selbstbewusstsein, das Selbstwertgefühl, die
Familie.
Gesundheits- und Drogenberichte der
Ministerien und Verwaltungen, Statistiken, die im
Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der
Bzga (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)
erhoben wurden, fördern immer wieder alarmierendes
Zahlenwerk zutage.
Über 9 Millionen Bundesbürger haben
einen riskanten Alkoholkonsum, darunter sind 4,5
Millionen Menschen klinisch auffällig.
Alkoholismus ist eine anerkannte
Krankheit. Die Suchtentwicklung kann durch Veranlagung
und durch frühkindliche Erfahrungen begünstigt werden.
Übereinstimmend berichten alle
trockenen Alkoholiker, dass der Übergang zur
Abhängigkeitserkrankung fließend war und nicht
bemerkt wurde.
Die Bezirke Schöneberg-Tempelhof,
Steglitz-Zehlendorf und Friedrichshain-Kreuzberg sowie
das Diakonische Werk Berlin-Stadtmitte e.V., die
Stiftung SPI, das Blaue Kreuz und die Fachstelle für
Suchtprävention im Land Berlin (pad e.V.) wollten den
besorgniserregenden Tendenzen unserer Stadt tatkräftig
entgegentreten.
Sie haben die landesweite Kampagne
„Nüchtern betrachtet“ zur Alkoholprävention ins
Leben gerufen, die dazu aufrief, im Monat November auf
Alkohol zu verzichten und dann nach erfolgreicher
Abstinenz an einer Verlosung teilzunehmen.
„Nüchtern betrachtet“ trinkt
fast jeder von uns Alkohol. Kaum jemand macht sich über
seinen eigenen Konsum Gedanken.
„Nüchtern betrachtet“ liegt
genau darin der Sinn und Zweck der Kampagne:
Wir möchten erreichen, dass die
Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Alkoholkonsum bewusster
umgehen, das sie sich mit anderen austauschen und für
das Thema sensibilisiert werden.
„Nüchtern betrachtet“ möchten
wir dem einen oder anderen neue Erfahrungen ermöglichen,
was es z.B. bedeutet, auf einer Familienfeier mal keinen
Alkohol zu trinken. Spaß und Freude ist auch ohne
Alkohol möglich.
Eingefahrene Gewohnheiten und
automatisierte Abläufe, das Feierabendbier, den Wein zum
Essen, „keine Feier ohne Alk“ können „Nüchtern
betrachtet“, hinterfragt werden und zu neuen
Erkenntnissen führen.
Ich kann mir gut vorstellen, dass
sich die Vorbildfunktion gegenüber den Kindern verändern
kann.
Eltern bekommen so die Gelegenheit
mit ihren Kindern über Alkohol zu reden und ein
Problembewusstsein zu entwickeln. Gleichzeitig sehen die
Kinder, dass ihre Eltern nicht unbedingt Alkohol trinken
müssen.
Und vielleicht gibt es den einen oder
anderen der ganz mit dem Trinken aufhört oder in seinem
Abstinenzbestreben unterstützt wird.
Außer zahlreichen
Presseinformationen, einer Pressekonferenz und des
informellen Auftaktes anlässlich der Gesundheitstage
Friedrichhain-Kreuzbergs im Viktoriapark, verteilten wir
die gedruckten Flyer „Nüchtern betrachtet“ großzügig in
der ganzen Stadt und darüber hinaus.
Am 27. Oktober 2006 wurde die Aktion
medienwirksam vor dem Brandenburger Tor präsentiert. Die
Akteure der Bezirke beantworteten viele Fragen der
Bevölkerung und luden zur Teilnahme an der Aktion ein.
Somit wurde „Nüchtern betrachtet“ in
ganz Deutschland und im benachbarten Ausland bekannt.
Die Einsendungen der erfolgreichen Teilnehmer/innen
ließen diese Rückschlüsse zu.
Es sind 531 Einsendungen erfolgt,
dabei waren Frauen und Männer gleichermaßen vertreten.
Die Abschlussveranstaltung im
Schöneberger Rathaus wurde mit ca. 250 Besuchern ein
voller Erfolg. Die Band Trock`n Roll sorgte für gute
Stimmung. An Informationsständen der Bezirke, Sponsoren
und Freien Träger wurden Materialien und hilfreiche
Gespräche angeboten. Für das leibliche Wohl war auch
gesorgt.
Neben den Grußworten der
Bezirksstadträtinnen Frau Klotz (Tempelhof-Schöneberg),
Frau Loth (Steglitz-Zehlendorf), und dem Bezirksstadtrat
Herr Mildner-Spindler (Friedrichshain-Kreuzberg) wurden
u.a. Zahlen und Fakten zum Thema Alkohol von Frau
Schütze (Vors. Blaues Kreuz) dargestellt.
Hauptbestandteil der Veranstaltung war die Ziehung der
Preisträger unter den erfolgreichen Teilnehmern an der
Aktion „Nüchtern betrachtet“. Einige der Gewinner
waren anwesend und berichteten über ihre durchweg
positiven Erfahrungen im alkoholfreien November 2006.
Diese Kampagne soll keine
Eintagsfliege bleiben. Es wird wieder eine solche Aktion
angestrebt und hoffentlich die erfolgreichen Teilnahmen
der Bevölkerung mindestens verdoppelt.
Da Sie uns die Teilnehmer
des Arbeitskreises „Nüchtern betrachtet“ als
verantwortungsvolle Bürgerinnen und Bürger sicherlich
wahrgenommen haben, wollen wir diese Situation auch dazu
nutzen, um notwendige suchtpolitische Forderungen
zu formulieren:
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Hauptanliegen ist ein umfassendes
Verbot von Tabak- und Alkoholwerbung in
unmittelbarer Umgebung von Schulen und
Kindertagesstätten.
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Ein Werbeverbot in Verbindung mit
Sport und Prominenz.
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Anhebung der Altersgrenze auf 18
Jahre (bisher 16) beim Erwerb und Konsum von Bier
und Wein.
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Ein steuerähnlicher Aufschlag auf
alkoholische Getränke (hat bei Alcopops hervorragend
funktioniert).
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Wir halten die Etablierung eines
suchtmittelfreien Tages (1X jährlich) für
erforderlich und wünschenswert.
- Dagmar Schütze
- (Vors. Blaues Kreuz i. D.
e.V. LV Berlin-Brb.)
Flyer Nüchtern Betrachtet 2006
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